Kevin Manning

Unsere Beratungsgesellschaft schloss sich mit Milliman zusammen, da wir der Ansicht waren, dass es sich dabei um ein Unternehmen mit ähnlichen Visionen und Werten wie wir handelt, ein Unternehmen, dass Kunden zu Unabhängigkeit und Erkenntnissen verhilft. Und dies nicht theoretisch aus einem Elfenbeinturm heraus, sondern mit viel Erfahrung.

Ich glaube, dass der Beruf des Versicherungsmathematikers sehr schnell sehr populär geworden ist. Unser Fokus liegt darauf, den Menschen komplexe Ideen zu vermitteln. Auch das Risikomanagement wird immer wichtiger. Unternehmen ist heute bewusst, dass sie ihre Risiken besser kennen müssen, und diese Wissenslücke konnten Versicherungsmathematiker schließen.

Es war wichtig für uns, ein Team aus sehr talentierten jungen Leuten aufzubauen, die die Praxis wirklich nach vorne brachten.

Was eine Person von einer anderen unterscheidet, ist die Fähigkeit, zu kommunizieren. Wir suchen nach Mitarbeitern, die Eigeninitiative zeigen, einem Kunden aber auch komplexe Ideen vermitteln und harte Berechnungen durchführen können. Man muss sich in einem Meeting wohl fühlen, selbstbewusst sein und ein natürliches Charisma ausstrahlen.

Ein Großteil unserer Arbeit besteht darin, mit Zahlen zu jonglieren. Und man braucht analytische Fähigkeiten. Man muss prognostizieren können, wie eine Bilanz in verschiedenen Stress-Szenarien und negativen Situationen aussehen wird. Das ist die Art von Fähigkeiten, die Versicherungsmathematiker schon immer in die Versicherungsbranche eingebracht haben.

In Irland arbeiten wir zum Großteil mit Vorständen zusammen. Das ist nicht unbedingt reine, traditionelle versicherungsmathematische Arbeit. Hier geht es um Strategien, um Risikomanagement und darum, welche Aussichten unser Unternehmen in den nächsten Jahren haben wird. Man wird beinahe zu einem weiteren Mitglied der Chefetage. Wir nehmen gewöhnlich auch an Vorstandssitzungen teil. So wurden wir zu verlässlichen Beratern dieser Unternehmen und tragen zum Unternehmenswachstum und zur Strategieentwicklung bei.

Die Menschen betrachten Derivate als etwas, das den Banken schadet. Sie haben geradezu Angst davor. Tatsächlich aber können Derivate zum Management und zur Senkung von Risiken eingesetzt werden, wodurch man von Preissteigerungen profitieren und zugleich den Schaden durch Preissenkungen begrenzen kann. Als Branche müssen wir besser darin werden, komplexe Ideen wie diese zu kommunizieren.

Wir sollten unsere Kunden fragen, was sie sich vom Leben erwarten, und nicht auf die herkömmliche Risikobewertung im Sinne von „Wie risikobereit sind Sie, und wo ordnen Sie sich auf einer Skala von eins bis fünf ein?“ zurückgreifen. Stattdessen können wir fragen: „Was möchten Sie erreichen? Welche Ambitionen haben Sie zurzeit? Ist Reisen wichtig für Sie? In welcher Phase befinden sich Ihre Kinder im Hinblick auf die Ausbildung?“ Nur dann können wir Produkte entwickeln, die wirklich den Kundenbedürfnissen entsprechen.

Wie an vielen Orten der Welt steht auch in Irland das Gesundheitssystem vor einer Reform. Obwohl die Details der Gesundheitssysteme und der Gesundheitsreform in den verschiedenen Ländern zwangsläufig sehr unterschiedlich sein werden, sind die Grundlagen doch häufig identisch. Politiker versuchen, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen die qualitativ beste Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Obwohl sich die nationalen Eigenheiten unterscheiden können, lassen sich viele der grundlegenden Fertigkeiten grenzüberschreitend übernehmen.

Bei jeder Fußball-Welt- und Europameisterschaft in den vergangenen fünfzehn Jahren haben wir einen Wettbewerb für unsere Kunden durchgeführt. Während der Weltmeisterschaft 2014 nahmen mehr als 700 Kunden an unserem Wettbewerb teil. Das ist für das große Ganze nicht von besonderer Bedeutung. Es ist jedoch ein wunderbarer Beitrag zur Interaktion mit unseren Kunden. Die Menschen lieben es, und im Laufe des Sommers war es ein heißes Gesprächsthema in irischen Versicherungskreisen. Ich? Ich war für Argentinien.